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Wärmepumpe oder Gasheizung? Was vor der Heizkostenrechnung zählt

Wärmepumpe oder Gasheizung? Was vor der Heizkostenrechnung zählt

Rund um die Wärmepumpe wird viel vereinfacht – auf der einen Seite „viermal günstiger", auf der anderen „nur für Neubauten". Die Wirklichkeit ist differenzierter und hängt an einigen konkreten Angaben zu deinem Haus.

Was Wirkungsgrad wirklich bedeutet

Ein Gaskessel gibt bestenfalls den größten Teil der Energie des verbrannten Gases an die Heizung ab – ein guter Brennwertkessel 90–95 %. Mehr ist physikalisch nicht möglich, denn er wandelt Energie nur um.

Die Wärmepumpe wandelt nicht, sondern transportiert: Sie entzieht der Außenluft Wärme und bringt sie ins Haus. Deshalb kann ihre Effizienz über 100 % liegen. Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugen aus 1 kW Strom typischerweise 4–5 kW Heizenergie – dieser Wert ist jedoch nicht konstant.

Wovon der Faktor 4–5 abhängt

  • Die Außentemperatur. Je kälter es ist, desto weniger Wärme lässt sich der Luft entziehen. Der SCOP des Herstellers beschreibt den Durchschnitt einer ganzen Heizsaison, nicht den kältesten Tag.
  • Die Vorlauftemperatur. Der wichtigste Faktor, der oft übersprungen wird. Für Fußbodenheizung genügen 35 °C, alte Heizkörper brauchen 55–65 °C – und jedes Grad mehr verschlechtert die Effizienz.
  • Der Wärmebedarf des Hauses. Ein ungedämmtes Haus verlangt deutlich mehr Wärme – und die Wärmepumpe arbeitet genau dort schlechter, wo sie viel und heiß liefern muss.

Wann die Wärmepumpe eindeutig passt

Bei Neubau oder Sanierung mit Fußbodenheizung oder Fan-Coil, wo eine niedrige Vorlauftemperatur genügt. Dann läuft die Anlage ganzjährig im besten Bereich. Dazu kommen zwei Punkte: Das Gerät kann im Sommer auch kühlen, und in Ungarn ist für Wärmepumpen ein vergünstigter Stromtarif beantragbar.

Wann sich Nachdenken lohnt

In einem alten, ungedämmten Haus mit großen Hochtemperatur-Heizkörpern funktioniert die Wärmepumpe zwar, die Einsparung fällt aber deutlich bescheidener aus. Oft ist die richtige Reihenfolge, zuerst die Wärmeverluste zu senken und erst danach das Heizsystem zu tauschen.

Es gibt einen Mittelweg: Viele heutige Geräte erreichen 65 °C, teils 75 °C Vorlauftemperatur und lassen sich auch in bestehende Heizkörperanlagen einbinden. Die Frage ist dann nicht das „ob", sondern wie viel Einsparung bei höherer Vorlauftemperatur übrig bleibt.

Was in keiner Rechnung steht

Bei der Wärmepumpe gibt es keine Abgase, keinen Schornsteinfeger und kein Gasleck-Risiko – und für die Kühlung im Sommer braucht es kein zweites Gerät. Dafür gibt es ein Außengerät, das Platz und freie Luftführung braucht.

Fordere eine kostenlose Aufnahme an – vor Ort zeigt sich, was im Katalog nicht steht: die bestehende Anlage, die Heizkörpergrößen und die realistische Vorlauftemperatur.

Kostenlose Aufnahme, unverbindliches Angebot

Ich komme vorbei, sehe mir alles an und erstelle mehrere Angebotsvarianten – damit du die Kosten kennst, bevor du entscheidest.